Hora est. Time's up. De tijd is verstrecken. Fertig. Aus.
Seit 11 Uhr bin ich Doktor -- denn da kam die freundliche Pedel (Protokollarbeamtin der Uni) mit ihrem Zeremonialstab in den Raum, rammte ihn ein paar mal auf den Boden und es war "Hora est". Und die Prüfung war rum und fünfzehn Minuten später kam meine Prüfungskomission mit meiner Doktorurkunde zurück. Da ich noch immer unter einem ziemlichen Adrenalinrausch stehe (Doktorprüfungen geben anscheinend einen besseren Kick als alles andere,was ich kenne) und daher die Gefahr besteht Sachen zu schreiben, die ich ganz bei Sinnen nie schreiben würde, mach ich jetzt hier Schluss.
P.S.: Bitte sprecht mich in Zukunft ja nicht mit Dr. Bretzel an. Ich bin, war und werde immer der Stefan bleiben.
P.P.S: Heute Abend schmeiss ich für meine Kollegen und Freunde ne Party in Delft. Die Tradition will es, dass sie einen Beitrag (meistens Quiz) vorbereiten, in dem ich ordentlich durch den Kakao gezogen werde. Bin schon gespannt darauf.
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Dienstag, 20. Dezember 2011
Freitag, 3. Juni 2011
Seit vier Jahren im Flachland (al vier jaar leef ik in het Nederland)
Am 28. Mai hatte ich meinen vierten In-die-Niederlande-ziehen-Jahrestag. Dazu ein paar Dinge, die ich in den letzten vier Jahren hier gelernt habe:
- Für mein seelisches Wohlbefinden sind die Sicht auf Hügel, von Bergen will ich ja gar nicht erst sprechen, unverzichtbar. Leider sind diese hier nahezu unbekannte geographische Objekte. Gut, eigentlich hätte ich ja gewarnt sein können, denn die Niederlande sind ja nicht gerade bekannt für ihre Bergketten (oder hat schon mal jemand vom Utrechter Zentralmassiv gehört?).
- Gutes Brot in den Niederlanden zu finden ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das ist, so habe ich es in den letzten Jahren gelernt, ein typisches Statement eines deutschen Expat. Nichts geht über gutes Brot und sachdienliche Hinweise, wo man eben solches finden könnte, werden in den entsprechenden Kreisen hoch gehandelt.
- Nederlandse Appeltaart met Slagroom ist einfach die definitive Version von Apfelkuchen. Sorry, Mama.
- Nichts macht einen mehr seine ethnische Herkunft bewusst als in einer Umgebung zu leben, in der fast niemand diese mit Dir teilt. Beispiel gefällig? In Deutschland war es nie ein Thema, dass ich kein Bier trinke. Hier werde ich oft mit den Worten "this is Stefan from Germany. And guess what, he doesn't drink beer" vorgestellt. Dass man als Deutscher kein Bier mag, scheint bei den meisten Leuten eine kognitive Dissonanz allererster Güte auszulösen.
- Kellner in belgischen Bierkneipen nehmen es einem nicht übel, wenn man immer nur Cola bestellt.
- In der indonesischen Küche gibt es nur drei Schärfegrade: Verdammt scharf, kriminell scharf und durch die UNO Chemiewaffenkonvention verboten scharf (für praktische Demonstrationen zu diesem Thema geht dank an Tungky).
- Die Niederländer sind geiziger als Schwaben und stolz darauf. Manche gehen sogar so weit zu behaupten, dass sie selbst mit ihrem Date die Rechnung auf den Cent genau aufteilen würden. Angeblich ist der Ausdruck "going Dutch" (getrennt bezahlen) in den USA gang und gäbe -- so geläufig, dass alle Amerikaner, die nicht in den Niederlanden leben, diesen Ausdruck nicht kennen (oder so zumindestens meine praktischen Feldforschungen).
- Die Niederländer haben die deutschen Untaten im zweiten Weltkrieg schon lange verziehen -- ausser, dass die Deutschen ihre Fahrräder geklaut haben. "Waar is mijn fiets?" oder "Ik wil mijn fiets terug" bzw. Anspielungen darauf habe ich genug gehört (dank geht hiefür an meinen ewigen Büromitbewohner Marnix).
- Deutsche Unimensen sind viel besser als man als Student immer dachte. Denn alle zwei Wochen Kässpätzle für 2 Euro 50 ist nichts im Vergleich zu täglich die gleiche Frikadelle für drei Euro. Daher bin ich in den letzten Jahren zum Vesperbrotmitbringer mutiert.
- Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, lange Distanzen mit der Bahn zu fahren und mit maximal einer Stunde Verspätung anzukommen.
- Auch in den Niederlanden gibt es einen Bible Belt -- dort wohnen die Leute, deren Vorfahren vor dreihundert Jahren das Schiff nach Pennsylvania verpasst haben.
- Das Englischniveau eines durchschnittlichen Deutschen im Vergleich zum durchschnittlichen Nederlander: Abgrundtief schlecht (daher: It's a long way -- start walking).
- Die Geldkarte (dieser Chip auf der Bankkarte, der in Deutschland von niemandem benutzt wird) kann man tatsächlich für Bezahlungen benutzen.
- Durchschnittlich wird einem 0.25 Fahrräder pro Jahr geklaut (so zumindestens das Ergebnis meines langjährigen Selbstversuchs -- seit zwei Wochen bin ich Fussgänger)
- Je mehr Sprecher eine Sprache hat, desto grösser die Paranoia derselben, dass Englisch in allernächster Zukunft ihre Sprache verdrängen wird.
- Der Geburtstag der Monarchin wird nicht an ihrem Geburtstag gefeiert.
- In den Niederlanden sieht man keine Wohnwägen mit niederländischen Kennzeichen -- im Gegensatz zum Rest von Europa.
- Technische Universitäten sind nicht gerade für ihr ausgewogenes Geschlechterverhältnis und lebendiges Kulturleben bekannt.
- Und zu guter Letzt: Ich hätte die Uni verlassen sollen, so lange es mir noch Spass machte.
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Dienstag, 31. Mai 2011
Mal wieder (langsam hab ich Routine drin)
Zur Information der Allgemeinheit: Ich bin mal wieder umgezogen -- leider konnte ich den Plan, mein nächster Umzug würde mich wieder zurück nach Deutschland führen, doch nicht in die Tat umsetzen. Denn, erstens kommt es nicht so wie man zweitens denkt. Geplant war, dass Nestor, Joost und ich bis zum Ende meiner Promotion bzw. Joost's Master in unserer WG bleiben. Doch da kam der Geschäftssinn unseres Vermieters dazwischen. Sein Plan: Man nehme unseres schickes (inzwischen Ex-)Wohnzimmer, ziehe eine Wand ein und mache daraus zwei weitere Räume. Da in Delft auch die allerkleinsten Hasenställe noch dankbare Studenten als Mieter finden, wohl ein Plan der ihm ein paar hundert Euro mehr im Monat einbringt -- uns jedoch wieder auf Wohnungssuche geschickt hat.
Nun, Wohnungssuche ist in Delft/Den Haag ein Alptraum. Erstens gibt es wenig bezahlbare Angebote, die ihr Geld auch wert sind (200 Euro für ein 6m^2 Zimmer -- kein Problem). Zweitens läuft hier fast nichts ohne Makler. Ergo, eine Monatsmiete geht als Kommission drauf. Wobei ich hier dieses mal extremes Glück hatte: via kamernet.nl, einem studentischen Wohnungsmarkt, hab ich jetzt nämlich ein Zimmer wieder direkt in der Altstadt gefunden. Ohne Maklergebühren. Leider ist es wieder so ein Zimmer in einem unrenovierten Altbau (Isolierung, war da was?) in einem typischen holländischen studentehuis. Sprich, ich teile Küche und Bad mit Mitbewohnern. Nicht so schlecht, aber abgesehen vom Badteilen scheint es kein wirkliches WG-Leben zu geben (meine Vormieterin konnte mir z.B. nichts über ihre Mitbewohner sagen -- das spricht ja Bände). Eigentlich hatte ich mir vor zwei Jahren geschworen, nie wieder in ein solches zu ziehen. Aber naja. Für ein paar Monate wird's wohl reichen.
Wenn ich es jetzt recht gezählt habe, ist das jetzt mein neunter Umzug in zehneinhalb Jahren. Positiv daran ist, dass ich jetzt schon beinahe im Schlaf meine Möbel demontieren kann. Die schlechte Seite daran ist, dass Billigmöbel häufiges umziehen nur bedingt verzeihen -- mein Bett konnte ich nach diesem Umzug nur mit viel Überredungskunst dazu überreden sich wieder einigermassen stabil zusammenbauen zu lassen.
Edit: Nur ein paar Minuten nachdem ich diesen Eintrag gepostet hatte, klingelte das Telefon. Am Apparat, ein besser anonym bleibender Immobilienmakler, den ich vor gut anderthalb Monaten wegen einer Wohnung per Mail kontaktiert hatte. Ja, also sie hätten erst jetzt meine Mail gesehen und wenn ich wollte, dann könnte ich morgen mir die besagte Wohnung anschauen. Dankend lehnte ich ab. Denn für solch prompten Service eine Monatsmiete Kommission zu zahlen, sehe ich schon gar nicht ein (abgesehen davon, dass ich keine neue Wohnung mehr brauche).
Nun, Wohnungssuche ist in Delft/Den Haag ein Alptraum. Erstens gibt es wenig bezahlbare Angebote, die ihr Geld auch wert sind (200 Euro für ein 6m^2 Zimmer -- kein Problem). Zweitens läuft hier fast nichts ohne Makler. Ergo, eine Monatsmiete geht als Kommission drauf. Wobei ich hier dieses mal extremes Glück hatte: via kamernet.nl, einem studentischen Wohnungsmarkt, hab ich jetzt nämlich ein Zimmer wieder direkt in der Altstadt gefunden. Ohne Maklergebühren. Leider ist es wieder so ein Zimmer in einem unrenovierten Altbau (Isolierung, war da was?) in einem typischen holländischen studentehuis. Sprich, ich teile Küche und Bad mit Mitbewohnern. Nicht so schlecht, aber abgesehen vom Badteilen scheint es kein wirkliches WG-Leben zu geben (meine Vormieterin konnte mir z.B. nichts über ihre Mitbewohner sagen -- das spricht ja Bände). Eigentlich hatte ich mir vor zwei Jahren geschworen, nie wieder in ein solches zu ziehen. Aber naja. Für ein paar Monate wird's wohl reichen.
Wenn ich es jetzt recht gezählt habe, ist das jetzt mein neunter Umzug in zehneinhalb Jahren. Positiv daran ist, dass ich jetzt schon beinahe im Schlaf meine Möbel demontieren kann. Die schlechte Seite daran ist, dass Billigmöbel häufiges umziehen nur bedingt verzeihen -- mein Bett konnte ich nach diesem Umzug nur mit viel Überredungskunst dazu überreden sich wieder einigermassen stabil zusammenbauen zu lassen.
Edit: Nur ein paar Minuten nachdem ich diesen Eintrag gepostet hatte, klingelte das Telefon. Am Apparat, ein besser anonym bleibender Immobilienmakler, den ich vor gut anderthalb Monaten wegen einer Wohnung per Mail kontaktiert hatte. Ja, also sie hätten erst jetzt meine Mail gesehen und wenn ich wollte, dann könnte ich morgen mir die besagte Wohnung anschauen. Dankend lehnte ich ab. Denn für solch prompten Service eine Monatsmiete Kommission zu zahlen, sehe ich schon gar nicht ein (abgesehen davon, dass ich keine neue Wohnung mehr brauche).
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Montag, 12. Juli 2010
Wereldkampioen? Niet 2010.
Erklärung: Dieser Artikel erscheint trotz schärfster Einwände meines PR-Beraters: Buchstäblich jahrzehntelang war Fussball-Ignoranz ein fester Bestandteil meines Images. Daher hätte ich eigentlich gestern abend genau das tun sollen, was ich bei den übrigen Spielen getan habe. Nämlich: Alles, ausser Fussball schauen. Daher ist das, was nun folgt, nicht als Beginn eines angestrebten Imagewandels zu verstehen, sondern vielmehr als Beichte eines einmaligen Ausrutschers, den ich auch zutiefst bereue (auch wenn es mir keiner glaubt: wirklich!).
Die Niederlande sind im Finale! Für alle in Deutschland, die noch vor vier Jahren "Ohne Holland fahrn' wir nach Berlin" gesungen haben, mag das ein Schock gewesen sein. Für mich hier in Delft hat das bedeuted, noch ein paar Tage länger in einer Umgebung mit viel zu vielen orange gekleideten Menschen zu leben. Einer meiner Nachbarn hatte eine riesige orange Fahne mit "Hup! Hup! Holland!" im Fenster hängen, ein anderer hat das Geländer in unserem Haus kunstvoll mit Wimpeln verziert (um nicht zu sagen: verpackt). Und an der Uni war die WM Kaffepausengesprächsthema Nummer eins.
Da anscheinend keine Ausreden gültig war, das Finale nicht anzuschauen, "musste" ich mich wohl oder übel mit ein paar Freunden auf dem Marktplatz treffen. Unser Plan, eine Stunde früher am Markt zu sein, um noch einen Sitzplatz in einem der vielen Cafes zu erwischen, war natürlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt -- alle Sitzplätze belegt, wohl von Leuten, die schon seit dem Morgen hier waren. Daher also: Stehen, in siebter Reihe oder so. Nun gut. Dankenswerter weise hat Francois einen holländische Fanhut mitgebracht, so dass ich doch nicht der einzigste un-orangene bin:

Kurz vor dem Anpfiff, die erste neue Erkenntnis dieser anthropologische Feldforschung: In den Niederlanden steht man vor dem Spiel auf und singt die Nationalhymne -- auch wenn man eigentlich nur Fernseh schaut. Zum Glück aber hat sich wohl die FIFA damit begnügt, nur die erste Strophe abzuspielen, denn sonst wäre das Spiel wohl etwas später losgegangen. Denn: nach Wikipedia hat "Het Wilhelmus" 15 (!) Strophen. Da wären wir wohl um neun noch nicht fertig gewesen.
Zum Spiel, oder besser gesagt zu den Fans, die das Spiel angeschaut haben: Bekanntlich leiden Fans ja unter einem Realitätsverlust. So auch in Delft: Da pflügt ein niederländischer Spieler seinen spanischen Gegner in Grund und Boden, und der Schiri hat dann die Frechheit, doch tatsächlich eine gelbe Karte zu zeigen. Dabei weiss doch jeder (zumindestens in Delft auf dem Marktplatz), dass das doch alles grundehrliche Jungs sind, die nun eben mit einem schlecht gelaunten, blinden, herzlosen Schiedsrichter gestraft sind. Aber als der Wind eines vorbeieilenden spanischen Spielers nur das Trikot eines Oranje bewegt, da schrien tausend Kehlen "rood!". Natürlich waren alle Zuschauer hier auch die besseren Schiedsrichter.
Die fiale Erkenntnis meiner Feldforschung: Den Weltmeisterpokal in den Händen der Spanier zu sehen, scheint den meisten Holländern physischen Schmerz zu bereiten. Denn kaum war der Schlusspfiff ertönt, da schaltete der Wirt in unserem Cafe mit einem "Das kann ich mir beim besten Willen nicht ansehen"-Ausdruck auf dem Gesicht den Fernseher aus. Auch unser Versuch im Nachbarlokal weiterzuschauen fand ein vorzeitiges Ende -- hier war es ein Gast, der den Stecker zog.
Jetzt bin ich noch gespannt auf meine beiden Mitbewohner (sind gerade im Urlaub bzw. auf Praktikum). Denn der eine ist Spanier, der andere Holländer. Mal sehen ob die noch miteinander reden...
Die Niederlande sind im Finale! Für alle in Deutschland, die noch vor vier Jahren "Ohne Holland fahrn' wir nach Berlin" gesungen haben, mag das ein Schock gewesen sein. Für mich hier in Delft hat das bedeuted, noch ein paar Tage länger in einer Umgebung mit viel zu vielen orange gekleideten Menschen zu leben. Einer meiner Nachbarn hatte eine riesige orange Fahne mit "Hup! Hup! Holland!" im Fenster hängen, ein anderer hat das Geländer in unserem Haus kunstvoll mit Wimpeln verziert (um nicht zu sagen: verpackt). Und an der Uni war die WM Kaffepausengesprächsthema Nummer eins.
Da anscheinend keine Ausreden gültig war, das Finale nicht anzuschauen, "musste" ich mich wohl oder übel mit ein paar Freunden auf dem Marktplatz treffen. Unser Plan, eine Stunde früher am Markt zu sein, um noch einen Sitzplatz in einem der vielen Cafes zu erwischen, war natürlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt -- alle Sitzplätze belegt, wohl von Leuten, die schon seit dem Morgen hier waren. Daher also: Stehen, in siebter Reihe oder so. Nun gut. Dankenswerter weise hat Francois einen holländische Fanhut mitgebracht, so dass ich doch nicht der einzigste un-orangene bin:

Kurz vor dem Anpfiff, die erste neue Erkenntnis dieser anthropologische Feldforschung: In den Niederlanden steht man vor dem Spiel auf und singt die Nationalhymne -- auch wenn man eigentlich nur Fernseh schaut. Zum Glück aber hat sich wohl die FIFA damit begnügt, nur die erste Strophe abzuspielen, denn sonst wäre das Spiel wohl etwas später losgegangen. Denn: nach Wikipedia hat "Het Wilhelmus" 15 (!) Strophen. Da wären wir wohl um neun noch nicht fertig gewesen.
Zum Spiel, oder besser gesagt zu den Fans, die das Spiel angeschaut haben: Bekanntlich leiden Fans ja unter einem Realitätsverlust. So auch in Delft: Da pflügt ein niederländischer Spieler seinen spanischen Gegner in Grund und Boden, und der Schiri hat dann die Frechheit, doch tatsächlich eine gelbe Karte zu zeigen. Dabei weiss doch jeder (zumindestens in Delft auf dem Marktplatz), dass das doch alles grundehrliche Jungs sind, die nun eben mit einem schlecht gelaunten, blinden, herzlosen Schiedsrichter gestraft sind. Aber als der Wind eines vorbeieilenden spanischen Spielers nur das Trikot eines Oranje bewegt, da schrien tausend Kehlen "rood!". Natürlich waren alle Zuschauer hier auch die besseren Schiedsrichter.
Die fiale Erkenntnis meiner Feldforschung: Den Weltmeisterpokal in den Händen der Spanier zu sehen, scheint den meisten Holländern physischen Schmerz zu bereiten. Denn kaum war der Schlusspfiff ertönt, da schaltete der Wirt in unserem Cafe mit einem "Das kann ich mir beim besten Willen nicht ansehen"-Ausdruck auf dem Gesicht den Fernseher aus. Auch unser Versuch im Nachbarlokal weiterzuschauen fand ein vorzeitiges Ende -- hier war es ein Gast, der den Stecker zog.
Jetzt bin ich noch gespannt auf meine beiden Mitbewohner (sind gerade im Urlaub bzw. auf Praktikum). Denn der eine ist Spanier, der andere Holländer. Mal sehen ob die noch miteinander reden...
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Donnerstag, 4. Februar 2010
Eine Delfter Erfindung
Es gibt Erfindungen, die wohl nur in gewissen Ländern gemacht werden können. Denn woanders würde die Idee wohl als totale Rotzidee der Selbstzensur zum Opfer fallen. Wie zum Beispiel diese Erfindung, die wohl nur in den Niederlanden gemacht werden konnte:
Ein Frachtfahrrad (siehe auch vrachtfiets.nl), mit dem man seinen Möbeleinkauf nach Hause fahren kann. Denn was machen die Leute, die Umziehen wollen aber weder einen Führerschein noch Freunde mit einem selbigen haben? Das war wohl die Ursprungsfrage, die zu dieser praktischen aber doch sehr niederländischen Erfindung zweier Industriedesign-Studenten meiner Uni geführt haben muss.
Ein Frachtfahrrad (siehe auch vrachtfiets.nl), mit dem man seinen Möbeleinkauf nach Hause fahren kann. Denn was machen die Leute, die Umziehen wollen aber weder einen Führerschein noch Freunde mit einem selbigen haben? Das war wohl die Ursprungsfrage, die zu dieser praktischen aber doch sehr niederländischen Erfindung zweier Industriedesign-Studenten meiner Uni geführt haben muss.
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Montag, 11. Januar 2010
Schnee und Eis -- sneeuw en ijs
Der Winter hat Europa ja im Moment auch fest im Griff -- auch die Niederlande. Seit der Woche vor Weihnachten liegt hier Schnee, eigentlich etwas total ungewöhnliches. Denn normalerweise (wenn ich jetzt mal von den letzten beiden Wintern als "normal" ausgehen darf) fallen hier die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt. Und jetzt: Schnee und Eis, das volle Programm. Und da hier niemand wirklich darauf vorbereitet war, eben auch Chaos -- ein Kollege von mir, Toni, kam drei Tage später zu Hause in Spanien an als geplant.
Aber so eine Stadt in Schnee und Eis ist trotzdem viel schöner als die Alternative -- Delft im Dauernieselregen. Beispiel gefällig? Guckst du hier:

Das ist übrigens die Delftse Schie, bei mir um die Ecke. Und natürlich, da es jetzt ordentlich kalt ist, können die Holländer auch ihrem anderen nationale Hobby fröhnen, dem Eislaufen (das andere wäre ja halsbrecherisch auf Fahrrädern rumkurven):
Aber so eine Stadt in Schnee und Eis ist trotzdem viel schöner als die Alternative -- Delft im Dauernieselregen. Beispiel gefällig? Guckst du hier:

Das ist übrigens die Delftse Schie, bei mir um die Ecke. Und natürlich, da es jetzt ordentlich kalt ist, können die Holländer auch ihrem anderen nationale Hobby fröhnen, dem Eislaufen (das andere wäre ja halsbrecherisch auf Fahrrädern rumkurven):
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Sonntag, 13. Dezember 2009
Delft Bouwt
Jedesmal wenn ich in den letzten Wochen zum Delfter Bahnhof gelaufen bin, gab es neue Überraschungen denn "Delft bouwt" (Delft baut). Im Moment verläuft die Bahnlinie noch auf einem Viadukt an der Altstadt vorbei, doch dieser soll jetzt durch einen Eisenbahntunnel entlang der selben Strecke ersetzt werden. Nun, in einem Land, wo man spätestens nach 30 Zentimetern graben auf Grundwasser stößt, wahrlich kein triviales unterfangen.
Bis jetzt wurden zwei komplette Strassenblocks um den Bahnhof herum abgerissen und einen Teil der Strassenbahnlinie nach Den Haag verlegt. Ausserdem wird gerade an einem neuen Busbahnhof gewerkelt, denn dort, wo er sich jetzt gerade befindet, wird ja irgendwann das große Loch für unseren neuen Super-Duper-Untergrudbahnhof ausgehoben. Wobei ich jetzt nicht weiss, ob ich das noch während meiner Doktorandenzeit in Delft erleben werde -- das ganze Projekt ist auf 10 Jahre Bauzeit angelegt.
Bis jetzt wurden zwei komplette Strassenblocks um den Bahnhof herum abgerissen und einen Teil der Strassenbahnlinie nach Den Haag verlegt. Ausserdem wird gerade an einem neuen Busbahnhof gewerkelt, denn dort, wo er sich jetzt gerade befindet, wird ja irgendwann das große Loch für unseren neuen Super-Duper-Untergrudbahnhof ausgehoben. Wobei ich jetzt nicht weiss, ob ich das noch während meiner Doktorandenzeit in Delft erleben werde -- das ganze Projekt ist auf 10 Jahre Bauzeit angelegt.
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Mittwoch, 11. Juni 2008
Das Fehlende-Gabeln-Problem
In den letzten zwei Tagen hat mal wieder unsere Mensa für Gesprächsstoff gesorgt. Ich will hier gar nicht anfangen, mich über die Qualität des Essens auszulassen, da ja sowieso jeder Student der Meinung ist, dass seine Mensa im Wettbewerb Wer-kocht-am-ungeniesbarsten führend ist.
Nein, es geht um das Fehlende-Gabeln-Problem, das uns hier plagt. Dabei hat es folgendes auf sich: Seitdem letzten Herbst der Mensa-Pächter gewechselt hat, gibt es dauernd einen Mangeln an Gabeln. Wenn man Glück hat, dann fliegen noch irgendwo Einwegplastikgabeln herum, wenn nicht, dann kann man seinen Wok oder was auch immer (also Pommes mit Frittensos) mit Löffel essen. Im Schnitt passiert das so alle Woche zwei oder dreimal, egal ob man früh oder spät in der Mensa auftaucht. Und der Betreiber hat es im letzten halben Jahr nicht für nötig gehalten, daran etwas zu ändern (z.B. mal beim Ikea seines Vertrauens eine handvoll Gabeln zu besorgen). Zumindestens bis gestern. Es hat nämlich jemand haarscharf kombiniert: 1) Es fehlen Gabeln. 2) Da es jetzt Sommer ist, essen viele Leute draussen auf der Treppe vor der Bib. Schlussfolgerung: Diese Leute schleppen Gabeln raus, ohne sie zurückzubringen. Dass das ganze mit den fehlenden Gabeln irgendwann im Winter begonnen hat, lange bevor irgendjemand auf die Idee kam draussen zu essen macht ja nichts. Auf jeden Fall haben wir jetzt einen Sicherheitsmenschen an einem Ausgang stehen, der haarscharf überwacht, dass niemand Teller oder Besteck mit nach draussen nimmt. Total gaga, denn was dieser Sicherheitsmensch pro Stunde verdient, da könnte man locker ein paar Dutzend Gabeln davon kaufen... Ausserdem: Besser man verärgert seine Kunden als das Problem zu lösen, das ist ja schon immer das Rezept für erfolgreiche Geschäfte gewesen.
Nein, es geht um das Fehlende-Gabeln-Problem, das uns hier plagt. Dabei hat es folgendes auf sich: Seitdem letzten Herbst der Mensa-Pächter gewechselt hat, gibt es dauernd einen Mangeln an Gabeln. Wenn man Glück hat, dann fliegen noch irgendwo Einwegplastikgabeln herum, wenn nicht, dann kann man seinen Wok oder was auch immer (also Pommes mit Frittensos) mit Löffel essen. Im Schnitt passiert das so alle Woche zwei oder dreimal, egal ob man früh oder spät in der Mensa auftaucht. Und der Betreiber hat es im letzten halben Jahr nicht für nötig gehalten, daran etwas zu ändern (z.B. mal beim Ikea seines Vertrauens eine handvoll Gabeln zu besorgen). Zumindestens bis gestern. Es hat nämlich jemand haarscharf kombiniert: 1) Es fehlen Gabeln. 2) Da es jetzt Sommer ist, essen viele Leute draussen auf der Treppe vor der Bib. Schlussfolgerung: Diese Leute schleppen Gabeln raus, ohne sie zurückzubringen. Dass das ganze mit den fehlenden Gabeln irgendwann im Winter begonnen hat, lange bevor irgendjemand auf die Idee kam draussen zu essen macht ja nichts. Auf jeden Fall haben wir jetzt einen Sicherheitsmenschen an einem Ausgang stehen, der haarscharf überwacht, dass niemand Teller oder Besteck mit nach draussen nimmt. Total gaga, denn was dieser Sicherheitsmensch pro Stunde verdient, da könnte man locker ein paar Dutzend Gabeln davon kaufen... Ausserdem: Besser man verärgert seine Kunden als das Problem zu lösen, das ist ja schon immer das Rezept für erfolgreiche Geschäfte gewesen.
Samstag, 17. Mai 2008
Bouwkunde Update
Inzwischen hat sich die Neuigkeit, dass bei uns die Architekturfakultät abgebrannt ist bis zu Spiegel Online herumgesprochen. Also laut Spiegel Online hat ein Wasserrohrbruch ein Kurzschluss in einem Kaffeeautomat verursacht, was ungefähr eine Mischung aus den beiden Theorien ist, die bei uns herumgehen. Frag mich nur, ob die mehr wissen als wir.
Heute hab ich es dann mal geschafft, zur Bouwkunde hinunterzuradeln und mal ein Foto zu machen. Sieht schon krass aus.

Ab Montag soll das ganze dann abgerissen werden. Ach ja, ein Teil der Architekten sind jetzt ersteinmal notdürftig bei uns im Physikgebäude untergekommen.
Heute hab ich es dann mal geschafft, zur Bouwkunde hinunterzuradeln und mal ein Foto zu machen. Sieht schon krass aus.

Ab Montag soll das ganze dann abgerissen werden. Ach ja, ein Teil der Architekten sind jetzt ersteinmal notdürftig bei uns im Physikgebäude untergekommen.
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Dienstag, 13. Mai 2008
Gefährliche Kaffeemaschinen
Demnächst kann man wahrscheinlich in Delft folgende Anzeige in der Zeitung lesen:
Glücklicherweise scheinen bei dem Brand keine Menschen(holländisch: slachtoffers, kein Scherz!) zu Schaden gekommen zu sein. Wer das ganze aus einer vertrauensvolleren Quelle als dem Bretziversum erfahren möchte, kann sich vertrauensvoll an den Volkskrant wenden.
Nette Fakultät, sowohl künstlerisch als auch technisch veranlagt, manchmal etwas statisch, sucht ab sofort neues Zuhause.Was ist passiert? Nun, heute morgen gegen halb zehn ist eben im Gebäude der Architekten ein Feuer ausgebrochen, nach einer Version durch einen Kurzschluss einer Kaffeemaschine in einer der Kaffeecken. Daher die gefährlichen Kaffeemaschinen im Titel. Ich weiss schon, weshalb ich Tee trinke! Um die Geschichte kurz zu machen, die Feuerwehr konnte den Brand nicht löschen und am Nachmittag wurden dann die Löscharbeiten eingestellt, weil das Gebäude als einsturzgefährdet galt. Tatsächlich ist es dann auch heute abend irgendwann, während ich im Vortrag unseres japanischen Gastes sass, ein Teil des Gebäudes eingestürzt. Siehe dazu dieses Video (Tipp: ab ca. 1 Minute wird es interessant):
Glücklicherweise scheinen bei dem Brand keine Menschen(holländisch: slachtoffers, kein Scherz!) zu Schaden gekommen zu sein. Wer das ganze aus einer vertrauensvolleren Quelle als dem Bretziversum erfahren möchte, kann sich vertrauensvoll an den Volkskrant wenden.
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Freitag, 13. Juli 2007
Endlich Fotos
Heute habe ich es endlich geschafft, meinen Geiz zu besiegen und mir eine Digitalkamera zuzulegen. Hiermit gibt es also die erste Ladung von Fotos:
Dies ist also zuerst mal das Haus in dem ich gerade wohne. Mein Zimmer ist im obersten Stock ganz links. Wie man an dem Foto erkennen kann, liegt mein Haus an einer ziemlich befahrenen Strasse, was sich vor allem Nachts etwas störend bemerkbar macht. Ansonsten ist es dort eigentlich ganz nett.
Blick von der Sebastiaansbrugg, welche direkt neben meinem Haus liegt. Hier in die eine Richtung, und hier in die andere:
So, jetzt noch ein paar Fotos aus der Altstadt. Die Altstadt beginnt von der Zusterlaan aus gesehen mehr oder weniger auf der anderen Strassenseite. Also hier wäre erst mal ein Bild von der Leeuwenbrug am Koornmarkt:
Direkt an der Leeuwenbrug liegt auch das Hotel, in dem ich die ersten vier Tage in Delft verbracht habe.
Gut, und jetzt noch ohne größere Kommentare weitere Fotos der Innenstadt. Wie man sehen kann, gibt es genug Kanäle und Backstein um richtiges Holland-Feeling aufkommen zu lassen.


Hier ein Blick auf das Rathaus (allerdings auf die Hinterseite):
Die Nieuwe Kerk, Begräbnisort der holländischen Könige.

Dies ist also zuerst mal das Haus in dem ich gerade wohne. Mein Zimmer ist im obersten Stock ganz links. Wie man an dem Foto erkennen kann, liegt mein Haus an einer ziemlich befahrenen Strasse, was sich vor allem Nachts etwas störend bemerkbar macht. Ansonsten ist es dort eigentlich ganz nett.
Blick von der Sebastiaansbrugg, welche direkt neben meinem Haus liegt. Hier in die eine Richtung, und hier in die andere:
So, jetzt noch ein paar Fotos aus der Altstadt. Die Altstadt beginnt von der Zusterlaan aus gesehen mehr oder weniger auf der anderen Strassenseite. Also hier wäre erst mal ein Bild von der Leeuwenbrug am Koornmarkt:
Direkt an der Leeuwenbrug liegt auch das Hotel, in dem ich die ersten vier Tage in Delft verbracht habe.
Gut, und jetzt noch ohne größere Kommentare weitere Fotos der Innenstadt. Wie man sehen kann, gibt es genug Kanäle und Backstein um richtiges Holland-Feeling aufkommen zu lassen.

Hier ein Blick auf das Rathaus (allerdings auf die Hinterseite):
Die Nieuwe Kerk, Begräbnisort der holländischen Könige.
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Ich bin seit Juni 2007 Doktorand an der TU Delft, Niederlande. Neben (theoretischer) Physik interessiere ich mich für Politik, Bücher aller Art und Radfahren. Für weiteres, siehe meine