Stefans Abenteuer im Land der fehlenden Berge und in der Physik
Über mich
StefanIch bin seit Juni 2007 Doktorand an der TU Delft, Niederlande. Neben (theoretischer) Physik interessiere ich mich für Politik, Bücher aller Art und Radfahren. Für weiteres, siehe meine Homepage.
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Dienstag, 3. Juni 2008

Quer durch die Ardennen: Maastricht - Bastogne - Lüttich

Letztes Wochenende habe ich es endlich mal wieder geschafft - zwei Tage radfahren. Und damit meine ich so richtig - 310 km in zwei Tagen. Ich muss wohl total einen an der Waffel gehabt haben. Auf jeden Fall habe ich mich am Samstag früh morgens aus dem Bett gequält, um es um halb acht auf den Zug nach Maastricht zu schaffen. Um halb elf gings dann von Maastricht aus los, ersteinmal Richtung Aachen. Auf halber Strecke bin ich dann nach Süden abgebogen nach Eupen. Es ist schon interessant, sobald man südlich von Maastricht ist, tauchen gewisse geographische Objekte auf, die man in den restlichen Niederlanden nämlich vergeblich sucht. Die Rede ist von Hügeln. Die Gegend um Eupen ist auch aus einem anderen Grund interessant: Zum einen überquert man die flämisch-französische Sprachgrenze, zum anderen ist Eupen quasi die "Hauptstadt" der deutschsprachigen Minderheit in Belgien. Dies hat dann ein ziemliches Sprachchaos zur Folge, so kommt man in Eupen ohne weiteres an deutsch-, niederländisch- und französischsprachigen Geschäften vorbei. Keine Ahnung wie das im Alltagsleben dort abgeht.

Von Eupen aus ging es dann ins Hohe Venn. Damit hiess es ersteinmal klettern. Immer auf der Hauptstrasse (es gibt sonst keine andere..) ging es ersteinmal durch urigen Wald immer bergauf, bis man oben auf dem Kamm in einer Moorlandschaft ankommt. Was das ganze noch uriger machte war, dass der Kamm des Venns in den Wolken war. Sichtweite daher vielleicht 50 m, mit Brille auf der Nase vielleicht eher 5 m. Daher kann ich auch nicht wirklich behaupten, den höchsten Punkt Belgiens gesehen zu haben. Laut Landkarte muss ich jedoch nur ein paar Meter daran vorbeigefahren sein. Nächstes Etappenziel, nach einer rasanten Abfahrt, war dann Malmedy. Von dort dann (es waren schon über 70 km..) mehr oder weniger direkt nach Luxemburg. Ab Troisvierges bin ich dann auf obskuren Wegen mehr oder weniger eben - wenn man mal von einem heftigen Anstieg um durch ein Drei-Häuser-Dorf zu kommen absieht - für 15 km der Bahnlinie Richtung Luxemburg Stadt gefolgt. War auch nötig, da ich mittlerweile absolut auf dem Zahnfleisch ging. Theoretisch sollte dann nur noch ein kleiner Anstieg zu machen sein und dann sollte ich in Wiltz vor meiner Jugendherberge stehen. Theoretisch. Da davor noch ein heftiges Gewitter auszusitzen war. Es war ja schon den ganzen Tag mehr oder weniger stark bewölkt, doch dann - so ungefähr 15 km vor Wiltz - hat jemand beschlossen den Hahn ganz weit aufzudrehen. Die halbe Minute die ich gebraucht habe, um anzuhalten und meine Regenjacke anzuziehen haben auf jeden Fall ausgereicht komplett patschnass zu werden. Danach die übliche Routine: Wartehäuschen suchen und Gewitter aussitzen. Ach ja, noch eine Frage: Wieso ist eigentlich die höhe des Hügels, auf dem die Juhe liegt, direkt proportional zu den Anstrengungen des Tages?

So, der erste Tag war geschafft. 157 Kilometer mit nem 22,3 Schnitt. Nicht schlecht. Vor allem wenn man an das Profil denkt und dass ich die letzten Wochen buchstäblich nicht zum Radeln gekommen war. Fester Vorsatz für den zweiten Tag: Ich mag nicht so viel fahren wie gestern. Hat mich doch etwas arg geschlaucht. So, von Witz ging es erst mal nach Bastogne, damit wären die ersten 20 km abgehakt. Sinn und Zweck der Tour war es ja, die Strecke von Lüttich-Bastogne-Lüttich abzufahren. Wenigstens ein Stück davon. So ging es von Bastogne aus nach Norden, Richtung Houffalize. Genaugenommen ist das entgegen der Richtung vom Radrennen, aber die andere Hälfte des Rennens (genauergenommen die anderen zwei Drittel) wären wohl dann doch etwas zu hart geworden. In Houffalize ging es dann weg von der Hauptstrasse und dadurch für die nächsten zwei Stunden keinerlei Autos. Nichteinmal die üblichen Sonntagsmotorradfahrer, die in den Ardennen wohl genauso häufig sind wie auf Alpenpässen, gab es. Dafür viel Landschaft, nochmal Landschaft und zur Abwechslung mal ein Dorf mit zwei oder drei Häusern. Ab Bovigny ging es dann ein paar Kilometer der (dem?) Salm entlang. Ein nettes, tief und eng eingeschnittenes Flusstal. Nur, man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben und so ging es dann schon ein paar Kilometer weiter (in Grand Halleux) selbstmörderisch bergauf. Nix mehr mit Hauptstrasse im Flusstal. Jetzt waren wieder Nebensträßchen mit 15% oder mehr Steigung angesagt. Irgendwie hat es mir den Rest gegeben und so musste ich in Stavelot ersteinmal in einer Friterie eine Zwischenstation einlegen. Und es stimmt: Sobald man die Niederländische Grenze hinter sich gelassen hat. Selbst Pommes mit Majo schmecken ausserhalb der Niederlande wesentlich besser. Nach nun knappen 70 km auf der Route von Lüttich-Bastogne-Lüttich hat sich dann bei mir folgende Erkenntnis durchgesetzt: Die Strecken von Radrennen werden weder so gelegt, dass man am schnellsten von A nach B kommt, noch so, dass man am einfachsten von A nach B kommt. Vielmehr werden professionelle Radrennen wohl von Sadisten geplant, die jede erdenkliche Erhebung mit in die Tourplanung einbeziehen. Daher hab ich das dann mit der Route nachradeln gesteckt und bin der Hauptstrasse nach Spa gefolgt. Da gab's zwar auch noch einen kleinen Berg, aber ab Spa gings dann nur noch der Eisenbahnlinie bzw. einem Fluss entlang. Ergo: flach. Denn Anstiege hatte ich genug für dieses Wochenende. In Lüttich waren es dann doch wieder 153 km. Soviel zum Thema "Heute soll es nicht so viel werden wie am Samstag".

Montag, 31. März 2008

Schweiss statt Sangria - eine Woche Radfahren auf Mallorca

Ja, also alles fing mal mit einer Mail von Carsten an: wir müssen mal unbedingt wieder zusammen Radfahren. Sein Vorschlag: Mallorca. Naja, ich war dann erstmal ein bisschen skeptisch, da ein Trip nach Mallorca zwei Sachen mit sich bringt, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann: a) Party-Touristen und b) Fliegen. Was das Fliegen angeht, da kommt man wirklich nicht drumherum, aber in Sachen Party-Touristen hatten wir Glück. Da ja noch früheste Vorsaison war, gab es praktisch keine. Zumindest nicht in Can Picafort, wo wir waren. Könnte auch daran liegen, dass dort noch die meisten Hotels und alle anderen Tourifallen geschlossen waren. Und nun, was Fliegen angeht: Irgendwie war es dann doch halb so wild. Ist halt doch ein Unterschied ob man nur nach Malle fliegt oder gleich Transatlantik. Auf jeden Fall ging alles problemlos, auf dem Flughafen in Palma wartete auch schon Carsten und unseren Busfahrer nach Can Picafort hatten wir auch schnell gefunden. Wir hatten allerdings ein kleines Problem mit ihm: Auf seine Frage, woher wir kämen antworteten wir -- wahrheitsgemäss -- Amsterdam bzw. Frankfurt. Aus seiner Liste standen aber nur zwei Personen vom Flug aus Amsterdam, und ihm klar zu machen, dass wir in der Tat diese zwei sind obwohl Carsten eigentlich aus Frankfurt kam, war eine mittelschwere Übung in Gebärdensprache. Naja, wer in der Touribranche arbeitet sollte halt wenigstens ein bisschen Englisch können. Schlussendlich schafften wir es dann zum Hotel und konnten dann schon abends unsere Mieträder abholen. Mit dieseb sind wir dann gleich noch für eine Stunde die Küste entlanggejagt und haben wohl eine halbe Armee Radfahrer demoralisiert. Die: Nach 100+ km langsam auf dem Zahnfleisch gehend und Richtung Hotel schleichend. Wir: frisch aus dem Flieger, den ganzen Tag nix getan und daher vergleichsweise fit. Und daher flogen wir nur so an den anderen so vorbei, auch an den ganzen Fanatikern mit ihren unendlich viel besseren Rädern.

So, nun zweiter Tag: Der Plan war, zum Cap Formentor zu radeln, der äußersten Nordwestspitze Mallorcas. Zuerst ging es dann die schon gestern erprobte Strecke nach Alcudia, immer der Kueste entlang. Aber im Vergleich zum Vortag windetete es wie verrückt. Natürlich aus der falschen Richtung. Beim Radfahren windet es ja immer aus der falschen Richtung. In Alcudia
machten wir dann unsere erste Erfahrung damit, wie in Spanien Schilder platziert werden: Irgendwo in der hintersten Ecke, so dass man sie auf keinen Fall sehen kann und daran vorbeifährt. Nun gut, nach einer Stunde Irrfahrt in eine Sackgasse, welche in einem Golfplatz endete, kamen wir wieder an eine Stelle die uns bekannt vorkam: Das Stadttor von Alcudia! So ein Scheiss. Nach ein paar nicht mehr nachvollziehbaren Haken kamen wir dann schlussendlich in Port Pollenca an, dem Ende des flachen Streckenstücks. Von hier aus gibt es nur noch eine Strasse zum Cap, also keine Chance auf Verfahren. Allerdings springt die selbige Strasse immer von einer Küste zur anderen, zwischendrin immer ca. 200 Hoehenmeter oder so. Anfangs konnte ich mit Carsten noch Recht gut mithalten, doch irgendwann ging mir der Dampf aus und ich quälte mich und quälte mich.... Carsten war schon weit vor mir und mir viel es langsam schwer seiner Behauptung zu glauben, dass er absolut untrainiert sei. Die natürliche Ordnung war ja bisher immer, dass ich ihm am Berg wegfahre und nicht andersrum. Auf jeden Fall kamen wir schlussendlich am Cap an, wenn auch der Wind mehr und mehr Probleme machte. Man musste schon richtig gut aufpassen, dass man -- wenn man z.B. aus dem Windschatten der Berge kam -- nicht buchstäblich von der Strasse geblasen wurde.

Nun, der dritte Tag lässt sich ziemlich schnell zusammenfassen: Die natürliche Ordnung war wieder hergestellt. Nachdem Carsten mich am Vortag ja ziemlich abgehängt hatte, war heute wieder alles so wie früher: In der Ebene fahren wir fast gleich schnell, wenn es hochgeht bin ich definitiv der bessere Kletterer. Nun, zur geographischen Orientierung: Es ging nun durchs
Landesinnere immer nach Süden zum Dorf Randa und von dort ein paar hundert Höhenmeter aufwärts zu einem Kloster. Der Wind hatte nun auch gedreht und kam jetzt -- natürlich!-- aus Süden. Wir hätten vielleicht dem Gott der Radfahrer doch einen Schlauch oder Mantel opfern sollen um ihn gnädig zu stimmen! Nun, wir quälten uns dann nach Süden, 20 km/h waren schon Spitzengeschwindigkeit bei diesem Wind. Ab Randa ging es dann viel besser: Wir waren im Windschatten eines Berges und es ging nur noch Serpentinen aufwärts. Und ich liebe Serpentinen! Also, alles bestens. Die Rückfahrt an die Küste war dann auch klasse, da der Wind weiter aus Süden kam und wir daher Rückenwind hatten. Die gleiche Strecke, auf der wir uns mit 15, 20 Sachen nach Randa gequält hatten fuhren wir jetzt mit knappen 45, 50 zurück. Mannomann. Abends, nach dem Abendessen stand noch eine Audienz bei Gott auf dem Programm: Unser Radverleiher hatte Marcel Wüst (Ex-Radprofi, heute Tour de France Kommentator bei der ARD) den Tag über für eine geführte Radtour (war uns jedoch zu teuer) und eine Fragestunde am Abend engagiert. War ganz nett, die Fragestunde, aber auch ein bisschen mager. Nein, natürlich hat er nie gedopt und Doping bringt auch nicht wirklich was.... Naja, das interessante waren eher die Geschichten aus dem Nähkästchen, so wie er zum Beispiel -- als Sprinter! -- der Deutsche, der am längsten das Bergtrikot trug, wurde.

Nachdem wir den Nordwesten und Zentralmallorca ein gutes Stück weit erradelt hatten, ging es dann am Samstag in den Nordosten. Ersteinmal die Küstenstrasse nach Arta und von dort-- auf einem winzigen Landsträßchen -- zum Kloster Ermite de Betlem. Da selbiges am Ende einer Sackgasse liegt, praktisch kein Verkehr ausser -- natürlich -- Rennradlern. Aber von diesen nicht zu knapp. In Arta ist dann Carsten direkt zurück nach Can Picafort während ich noch eine kleine Runde durchs Hinterland drehen wollte. Eine nicht besonders gute Idee. Die Strasse war nämlich genaugenommen ein Schlagloch, nur stellenweise unterbrochen von Teer. Nichtsdestotrotz war sie auf der Karte, die ich vom Radverleih bekommen hatte, als Rennradroute ausgewiesen. Gut, Mountainbike wäre wohl passender gewesen. Nach 10 km hatte ich das dann hinter mir und nun ging es Richtung Manacor. Kurz vor dem Ort sollte es dann eine Abzweigung zurück zu Küste geben. Habe ich schon einmal erwähnt, dass die Spanier sämtliche Strassenschilder gut tarnen? Auf jeden Fall war ich dann plötzlich in Manacor und alle Strassen schienen nur auf die Schnellstrasse nach Palma zu führen. Also gut, wieder ein paar Kilometer zurück und tatsächlich, da gab es eine Abzweigung. Den Wegweiser konnte man aber wirklich nur sehen, wenn man aus Richtung Manacor kam.

Ja, vielleicht noch was zum Hotel: Eigentlich eine typische Hotelanlage für Mallorca, direkt am Strand und mit Swimmingpool und allem was der Durchschnittstouri so braucht. Nur der Durchschnittstouri war eben mehr oder weniger noch nicht anwesend. Gut, was hätte der auch bei 10, 15 Grad auf Mallorca verloren. Baden ist da nicht drin und alles, was ein Party-Tourist interessant fände war auch noch zu. Nix mit von einer Sangria-Bar zur anderen taumeln. So war dann das Hotel fast ausschliesslich mit Radfahrern bevölkert. Aber da gibt es ja auch verschiedene Typen. Zum einen den unambitionierten Tourenradler, der halt ein bisschen rumgurkt so von Cafe zu Cafe aber bitte nicht zu arg in die Berge. Das sind so ungefähr die Parias. Dann eben den Spass-Rennradler, so wie ich mich und Carsten einschätze. Eben Leute, die schon einen gewissen Ehrgeiz haben in Sachen Kilometer- und Höhenmeterleistung haben, aber noch einen -- so glaube ich -- gesunden Bezug zur Realität. Wobei hin und wieder der Ehrgeiz mit einem schon durchgeht. Am zweiten Tag bin ich nach hundert Kilometern erst mal am Hotel vorbeigerauscht weil ich meine Durchschnittsgeschwindigkeit noch unbedingt auf 23 km/h pushen wollte. Gut, aber für solche Leute hat natürlich der Hardcore-Rennradler nix übrig, denn a) ist ein Durchschnitt von 23 km/h für ihn nur kriechen und b) hundert Kilometer, das macht er am morgen vor dem Frühstück. Natürlich hat der Hardcore-Rennradler auch sein eigenes Rad mitgebracht, denn mit einem Leihrad zu fahren ist einfach nicht cool genug. Gut, im Hotel waren wir Spass-Rennradler glaube ich in der Mehrheit, wenn es auch ein paar von diesen durchgeknallten Typen gab. Diese liesen dann hin und wieder so Kommetare fallen wie "Scheisse, morgen wir das Wetter schlecht und ich muss doch mindestens 200 km fahren". Naja, das Wort müssen gab es für uns nicht. Schliesslich soll es ja auch Urlaub sein. Und so haben haben Carsten und ich dann am Ostersonntag das Radeln geschwänzt, da am Sonntag morgen das Wetter unter aller sau war und so verbrachten wir den Tag dann in Palma.

So, jetzt waren wir schon fast eine Woche auf Mallorca und daher höchste Zeit mal richtig in die Berge zu fahren. Inzwischen waren mir ja Hügel -- nach 10 Monaten in Holland nur eine ferne Erinnerung -- wieder einigermassen vertraut und daher sollte es jetzt richtig los gehen. Also zuerst ging es noch einmal quer durchs Hinterland nach sa Pobla und von dort nach Campanet welches am Fuss der Berge liegt. Von dort dann immer bergauf Coll de Sa Batalla, welcher auf knappen 600 Metern liegt. Schon hier kamen immer mal wieder Autos mit Schnee auf dem Dach bzw. Windschutzscheibe entgegen -- eines sogar mit einem kompletten Schneemann vorne drauf. Und tatsächlich, auf den Bergen rings um uns herum lag tatsächlich Schnee. Glücklicherweise nur ein paar hundert Höhenmeter über uns aber immerhin. Da gibt es ja noch eine Story über Schnee. Eigentlich war ja mein Vorschlag für eine Radtour irgendwas in der Eifel/Pfälzer Wald usw. gewesen. Und dann als Anfang März Carstens Auto schon mal kurz für tot erklärt worden war hatten wir tatsächlich begonnen, eine Tour durch die Vogesen zu planen. Zum Glück war dann sein Auto doch nicht tot und wir konnten den Urlaub in Mallorca buchen (merke, auch Nicht-Doktoranden haben nicht unbeschränkte Reichtümer). Auf jeden Fall, als ich am Samstag nach unserer Tour am Duschen war hörte ich plötzlich hysterisches Gekichere aus unserem Zimmer. Was war geschehen? Nun, Carsten hatte mal unseren Fernseher eingeschaltet und was war die Top-Neuigkeit? Genau, 50 cm Neuschnee im Schwarzwald und somit wohl auch in den Vogesen. Da wären wir wohl nicht weit gekommen... Gut, also zurück zu unserer Tour, vom Coll de Sa Batalla ging es dann auf einer Bergstrasse Richtung Süden, wir wollten den "Krawattenknoten" sehen, einer der legendären Pässe auf Mallorca. Nun, an der Stelle, wo die Strasse zum Krawattenknoten abzweigt war noch nichts zu sehen und ein paar hundert oder so Höhenmeter hinunter um nachher wieder hinaufzufahren war uns dann auch zu mühsam. Daher ging es zurück zum Coll de Sa Batalla und von dort dann weiter auf der Bergstrasse nach Pollenca und von dort wieder die Küste entlang heim. Auch so eine 110 km und knapp 1100 Höhenmeter Tour.

Am Dienstag, unserem letzten Tag, sind wir dann nur noch ein bisschen durchs Hinterland gekurkt. Über Sineu nach Inca. Dort hatte dann Carsten keine Lust mehr und ich bin dann allein weiter, wieder nach Campanet wie schon gestern und von dort sollte es nach Sa Pobla gehen. Sollte. Hab ich schon einmal erwähnt dass in Spanien...? Ja, ich glaube schon mehrfach. Auf jeden Fall habe ich in Campanet die Abzweigung verpasst und bin schlussendlich wieder in Inca gelandet. Nun, da es wohl nicht mehr nach Pollenca und zurück reichen würde, bin ich dann halt auf den nächstgelegenen Berg hochgefahren -- zum Ermita de Santa Magdalena. Wieder so ein Kloster. Danach dann immer der Autobahn entlang nach Sa Pobla und via Muro zurück. Inklusive Verfahren waren es dann auch wieder 115 km.

Zur Heimreise läßt sich kurz sagen: war eine Odysse. Sieben Stunden auf Flughäfen rumhängen, zweieinhalb Stunden Flug und nochmal zwei Stunden Taxi bzw. hier in Holland Zug. Aber bevor ich dazu kam, Zeit auf dem Flughafen totzuschlagen bin ich erst einmal in Can Picafort rumgehangen. Carsten fuhr morgens um halb neun, mein Taxi sollte abends um fünf gehen -- grade so um den Flieger um dreiviertel acht zu erwischen. Gut, so bin ich halt den Tag über etliche male den Strand abgewandert.. Um fünf gings dann Richtung Flughafen. Dummerweise hatte es dann ein ziemlich heftiges Gewitter in Palma, so dass -- nachdem schon alle in den Rollfeldbussen waren -- das Boarding verschoben wurde. Zunächst hiess es um 20 Minuten. Naja, zurück in das Flughafengebäude und warten, warten und warten. Aus 20 Minuten wurden dann eher zwei Stunden. Um neun dann endlich rein ins Flugzeug. Aber dann geht wieder nix weiter. Irgendwann bequemt sich dann eine Stewardess uns mitzuteilen, dass man noch auf Passagiere von anderen Flügen warte, die wegen des Gewitters auf Menorca, Ibiza oder weiss der Geier noch wo landen mussten. Warten, warten und nochmal warten. Eigentlich ist das Flugzeug schon so proppevoll, es können also nicht allzuviele Leute sein. Eine Stunde später tauchen dann die zehn oder so Passagiere auf und es kann losgehen. Um viertel nach zehn -- lockere zweieinhalb Stunden zu spät -- ging es dann endlich los. Um halb eins dann war ich in Amsterdam. Da das Gepäck dann nicht gleich kam, habe ich dann noch zu allem Überfluss noch meinen Zug verpasst und musste noch eine weitere Stunde in Schiphol umherwandern, bis ich um zwei dann endlich aus dem verdammten Ding rauskam. Schlag (ich wohne neben der Kirche) drei Uhr war ich dann endlich daheim.

Fazit: Klasse Urlaub und daher unbedingt wiederholenswert!