Stefans Abenteuer im Land der fehlenden Berge und in der Physik
Über mich
StefanIch bin seit Juni 2007 Doktorand an der TU Delft, Niederlande. Neben (theoretischer) Physik interessiere ich mich für Politik, Bücher aller Art und Radfahren. Für weiteres, siehe meine Homepage.

Samstag, 10. Juli 2010

Visitenkarten mit LaTeX

Achtung, also jetzt kommt etwas sehr nerdisches: Wie bastle ich mir eine Visitenkarte mit LaTeX? Man nehme einen Abend Zeit, ein bisschen Erfahrung mit dem TikZ-Paket (ist seit einiger Zeit mein Lieblings LaTeX Grafikpaket) und ein bisschen Muße, sich in die Paketprogrammierung einzulesen. Heraus kam dann ein Paket, das Visitenkarten wie diese (für meinen alten Freund Sokrates) produzieren kann:Sieht gut aus, oder? Also, wer Lust hat, kann sich den Sourcecode herunterladen und damit herumspielen. Im Angebot wären folgende Quelldateien:
  1. sbcard.ins
  2. sbcard.dtx
Die Installation ist einfach: Kopiere sbcard.ins und sbcard.dtx in ein Verzeichnis, führe einmal "latex sbcard.ins" aus. Dies produziert die Dateien sbcard.sty (die Paketdatei), sbcard_doc.tex (die Dokumentation, wer nicht den Quelltext lesen will, kann sie ja nochmal durch LaTeX jagen..), example.tex (das Beispiel) und zwei Hilfsdateien mit der Endung *.card. Viel Spass beim TeXen!


Montag, 5. Juli 2010

Unterhaltung der seltsamen Art

Eine ZEIT zu kaufen ist eigentlich nichts, worüber es sich lohnt, zu schreiben -- mach ich ja (fast) jede Woche. Dieses mal jedoch kam es dabei zu einer Unterhaltung der etwas seltsamen Art. Die Titelgeschichte diese Woche ist ja "Rettet die deutsche Sprache!". Wie ich also in Friedrichshafen so meine ZEIT kaufe, wirft die Verkäuferin einen Blick auf die Titelseite und bemerkt, "es wäre doch wirklich Schade, wenn das Deutsche verschwinden würde". Meine Antwort war wohl eher in die Richtung, dass es doch etwas arg übertrieben sei (nach meiner Erfahrung: je mehr Sprecher eine Sprache hat, desto besessener sind dieselbigen von der Angst, Englisch könnte ihre Sprache verdrängen). Nun, im Schnelldurchgang erörtern wir, ob nun Englisch in der Tat eine häßliche ("diese Kaugummisprache, einfach gräßlich", so die Verkäuferin) oder doch eine schöne Sprache ist (meine bescheidene Meinung). So weit ein typischer Smalltalk am Zeitungskiosk. Doch dann wechselt die Verkäuferin plötzlich das Thema: Ob ich denn wüsste, dass Gott einem Menschen innerhalb einer Sekunde eine neue Zungensprache beibringen könne? Aha.... nein, wusste ich nicht. Mein heftiges Augenrollen und mehr als unenthusiastische Antwort hält sie jedoch nicht ab, fortzufahren. Also Gott hätte ihr die Sprache von Mekka beigebracht, und jetzt würde sie immer zu den Türken (wohl in die Häfler Moschee?) zum missionieren gehen -- noch mehr Augenrollen meinerseits, langsam bereite ich den Rückzug zum Fahrrad vor. Die Bemerkung, dass Arabischkenntnisse bei Unterhaltungen mit Türken in etwa so sinnvoll sind, wie profunde Finnischkenntnisse bei Unterhaltungen mit Italienern spar ich mir. Während ich mich aufs Rad schwinge, bekomme ich auch noch eine Demonstration der "Zungensprache von Mekka": "allasod quodifadf dkjfweow" oder eine ähnliche zufällige Abfolge von Konsonanten und Vokalen. Oh Mann, dass es solche Leute tatsächlich gibt...

Montag, 21. Juni 2010

Wo komm ich her?

Vor ein paar Wochen hatte ich das Vergnügen, in der Jugendherberge in Aachen zu übernachten (der eigentliche Grund war, dass ich am nächsten Tag von Aachen nach Bonn radeln aber nicht schon morgens um fünf zum Zug hetzen wollte). Und wie es so ist, man trifft dann irgendwann auf seine
Zimmergenossen und manchmal ergibt sich eine nette Unterhaltung. So auch in Aachen. Mein Zimmergenosse war ein Franzose (den Namen habe ich inzwischen schon wieder vergessen..) und wir reden einige Zeit darüber, wo wir herkommen und so weiter und so weiter. Nach einiger Zeit bemerkt er dann (wir haben uns auf Deutsch unterhalten), mein Deutsch wäre ja sehr gut, ich könnte ja beinahe für einen Muttersprachler durchgehen. Danke für das Kompliment, Hochdeutsch ist ja in der Tat meine erste Fremdsprache, meine Muttersprache ist ja tiefstes Oberschwäbisch (das kann ich sogar anhand historischer Tonbandaufnahmen belegen). Aber eigentlich ist das Problem ja ein ganz anderes: Auf seine Frage, wo ich herkomme, habe ich ohne viel Nachzudenken "Delft, liegt bei Den Haag" geantwortet. Stimmte ja auch in wahrsten Sinn des Wortes. Aber ist es auch "zu Hause"? Jein. Wenn ich in Delft Freunden von irgendwas "back home" erzähle, meine ich Friedrichshafen. Aber wenn ich in Friedrichshafen bin, meine ich mit "daheim" natürlich Delft. So weit, so konfus. Wobei wir uns jetzt in Delft (die meisten meiner Freunde haben ja das gleiche Problem) eine semantische Brücke gebaut haben: wir unterscheiden "home" und "home home" -- ersteres wäre Delft, letzteres (in meinem Fall) eine gewisse Metropole 1000 km rheinaufwärts.