Stefans Abenteuer im Land der fehlenden Berge und in der Physik
Über mich
StefanIch bin seit Juni 2007 Doktorand an der TU Delft, Niederlande. Neben (theoretischer) Physik interessiere ich mich für Politik, Bücher aller Art und Radfahren. Für weiteres, siehe meine Homepage.

Freitag, 21. Mai 2010

Langweilig

Ob nun Bela, Farin, Rod wirklich Gott sind, bleibt dahingestellt (ich persönlich bin in dieser Hinsicht Agnostiker). Aber zumindestens prophetische Fähigkeiten haben die Drei. Denn ihr Song "Langweilig" beschreibt meine gegenwärtige Situation ziemlich treffend:


Ich sitze auf meinem Stuhl und ich schaue aus dem Fenster, [Sicht, je nach Smog: 5km oder 0 Meter]
und ich stell' mir wieder mal die alten Fragen: Wo komm ich her? [ Delft oder Friedrichshafen?] Wo geh' ich hin? [bald zurück nach Delft, aber dann?] Und wie viel Zeit werd' ich noch haben? [die Antwort hier ist klar: Noch 370 Tage bis zum Ende meines Vertrages]
Ich denke nach über die Welt,
über das was wirklich zählt. [Physik, was sonst?]
Ich weiß genau, was mich so quält. [leider auch die Physik -- denn als Wissenschaftler ist man ja auch immer ein bisschen Masochist]




Ich bin genervt, ich bin frustriert, [wieso wollte mir die Mathematik heute partout nicht gehorchen?],
weil hier einfach nichts passiert, [gucke zum Zweiten mal Staffeln 1-3 von The Big Bang Theory]
weil hier nie etwas passiert. [kein großes Nachtleben in der Nähe meines Wohnheims -- wenn man mal vom Autoverkehr vor meinem Fenster absieht]
Und ich schau wieder auf die Uhr. [Mist, immer noch nicht Zeit, ins Bett zu gehen]



[Und daher:] Mir ist langweilig,
sterbenslangweilig,
mir ist langweilig,
ohne Dich, ohne Dich.
Scheiße langweilig,
mir ist langweilig,
so stinklangweilig,
ohne Dich, ohne Dich
ist mir langweilig.



Sieben Wochen in China! Shanghai! Und das als Dienstreise als gemeiner Doktorand hört sich großartig an und ist es auch. Aber es hat auch eine langweilige Seite: Denn was macht man jeden Abend, nachdem man in sein karg möbliertes Zimmer im Wohnheim zurückgekehrt ist, es aber noch nicht Zeit ist ins Bett zu gehen? Genau: Nichts. Nach vier Wochen hier, haben Fatemeh, meine aus Delft mitgebrachte Kollegin, und ich sämtliche Anekdoten aus unseren Leben gegenseitig erzählt. Politik und Geschichte unsere Herkunftsländer sind ausführlichst diskutiert und sowohl mit den Niederlanden als auch China verglichen worden. Die Shopping Mall in der Nähe ausführlichst erkundigt -- nicht, dass ich etwas bräuchte. Und nun hat die abendliche Langeweile einzug gehalten. Ich schaue mich zum wiederholten male durch "The Big Bang Theory", erkundige die exotischeren Teile meiner Musiksammlung (Erkenntnis: Lou Reed ist gar nicht so schlecht), schaue aus dem Fenster und langweile mich, bis es Zeit ist ins Bett zu gehen. Das wäre jetzt.

2 Kommentare:

Michael Nock hat gesagt…

Leider wurde dieser Blogeintrag rueckdatiert und somit kommt wohl jede Hilfe zu spaet....

Eigentlich sollte man geradezu froh sein, dass Du nicht wie andere "normale" Leute zu allerlei Mitteln greifst, um chemische Prozesse in Deinem Gehirn auszuloesen, die Langeweile und Geld vertreiben.

Stefan hat gesagt…

Ja, leider war in China unter anderem Blogger nicht erreichbar (genauso wie Facebook und Youtube, zwei andere "Zeitsenken"). Daher hab' ich diesen Artikel "auf Halde" geschrieben.

Und was die gewissen Substanzen angeht: Theoretisches Wissen ist hier vollkommen ausreichend -- will ja kein sabbernder Idiot werden.