Stefans Abenteuer im Land der fehlenden Berge und in der Physik
Über mich
StefanIch bin seit Juni 2007 Doktorand an der TU Delft, Niederlande. Neben (theoretischer) Physik interessiere ich mich für Politik, Bücher aller Art und Radfahren. Für weiteres, siehe meine Homepage.

Montag, 21. Juni 2010

Wo komm ich her?

Vor ein paar Wochen hatte ich das Vergnügen, in der Jugendherberge in Aachen zu übernachten (der eigentliche Grund war, dass ich am nächsten Tag von Aachen nach Bonn radeln aber nicht schon morgens um fünf zum Zug hetzen wollte). Und wie es so ist, man trifft dann irgendwann auf seine
Zimmergenossen und manchmal ergibt sich eine nette Unterhaltung. So auch in Aachen. Mein Zimmergenosse war ein Franzose (den Namen habe ich inzwischen schon wieder vergessen..) und wir reden einige Zeit darüber, wo wir herkommen und so weiter und so weiter. Nach einiger Zeit bemerkt er dann (wir haben uns auf Deutsch unterhalten), mein Deutsch wäre ja sehr gut, ich könnte ja beinahe für einen Muttersprachler durchgehen. Danke für das Kompliment, Hochdeutsch ist ja in der Tat meine erste Fremdsprache, meine Muttersprache ist ja tiefstes Oberschwäbisch (das kann ich sogar anhand historischer Tonbandaufnahmen belegen). Aber eigentlich ist das Problem ja ein ganz anderes: Auf seine Frage, wo ich herkomme, habe ich ohne viel Nachzudenken "Delft, liegt bei Den Haag" geantwortet. Stimmte ja auch in wahrsten Sinn des Wortes. Aber ist es auch "zu Hause"? Jein. Wenn ich in Delft Freunden von irgendwas "back home" erzähle, meine ich Friedrichshafen. Aber wenn ich in Friedrichshafen bin, meine ich mit "daheim" natürlich Delft. So weit, so konfus. Wobei wir uns jetzt in Delft (die meisten meiner Freunde haben ja das gleiche Problem) eine semantische Brücke gebaut haben: wir unterscheiden "home" und "home home" -- ersteres wäre Delft, letzteres (in meinem Fall) eine gewisse Metropole 1000 km rheinaufwärts.

1 Kommentare:

Michael Nock hat gesagt…

Den Namen von Leuten, die einme solche Komplimente mache, darf man gut und gerne vergessen. Das ist das einzig angemessene Gegenkompliment.
Euer "home home" erinnert mich an das suedafrikanische "now now", das soviel bedeutet wie nicht "jetzt plus/minus 10 bis 30 Minuten Minuten" sondern eben in derselben Minute.
Die beste Umschreibung, wo ich herkomme, ist der Bodensee. Kennen zwar auch viele nicht, aber auf einer Karte schnell auffindbar.