Stefans Abenteuer im Land der fehlenden Berge und in der Physik
Über mich
StefanIch bin seit Juni 2007 Doktorand an der TU Delft, Niederlande. Neben (theoretischer) Physik interessiere ich mich für Politik, Bücher aller Art und Radfahren. Für weiteres, siehe meine Homepage.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Marcus Miller "Tutu" live @ Paradiso

Wie schon im Titel zu ersehen: Gestern war ich in Amsterdam bei einem Konzert von Marcus Miller -- "Ätsch!!" für alle, die ihn auch klasse finden und noch nicht live gesehen haben. Für den ignoranenten Rest, hier erst einmal eine Kurzerklärung wieso er sehenswert ist: Marcus Miller ist einer der einflussreichsten E-Bassisten des Jazz und ein Pionier der Slapping-Technik (wo die Saiten mit dem Daumen angerissen werden, was eben ein sehr funky, perkussiven Sound ergibt) und nebenbei noch ein sehr gefragter Studiomusiker -- Wikipedia redet von über 500 Aufnahmen, auf denen er zu hören sein soll. Unter anderem hat Marcus Miller auch zwei der letzten Alben von Miles Davis produziert -- Tutu und Amandla.

Soviel zur Einleitung. Auf jeden Fall bin ich gestern mit einer handvoll Freunde nach A'dam gefahren um ihn live zu sehen. Nun, um halb neun kreuzten tauchten ersteinmal drei Jungs auf der Bühne auf, die aussahen, als wären sie gerade erst der Schule entsprungen -- drei viertel der Backingband (Drums, Saxophon & Trompete), verstärkt von einem Keyborder, der vom Aussehen auch als Steuerbeamter durchgehen könnte und dann eben Gott himself. Die ersten drei Lieder -- die Tour heisst ja nicht umsonst "Tutu Revisited" -- kamen dann auch direkt von "Tutu". Aber im Vergleich zum Album wurden die Beiträge des Trompeters ein bisschen zurückgefahren und dafür ein paar Basssoli eingebaut -- schließlich ist ja Miller hier der Boss und der Trompeter blosser sideman (im Gegensatz zum Album..). Nun gut, der Band sah man ihre Spielfreude an, insbesondere der Schlagzeuger hatte wohl einen Clown zum Abendessen verspeist. Zumindestens hab ich es bisher noch nicht gesehen, dass ein Schlagzeuger während seines Solos (!) demonstrativ einen Schluck aus seiner Wasserflasche trinkt. Auf jeden Fall, absolut top. Die Soli nicht zu lang, die Songs immer noch erkennbar (Ausnahme: Prince's "When doves cry" hab ich erst nach ein paar Minuten erkannt..) aber zum Teil überraschend umrangagiert.

Und genau das liebe ich ja eigentlich auch an Jazz, dass man durch Improvisation und Umrangieren bekannte Lieder immer wieder total überraschend sein können. Denn um ein Stück so wie auf Platte hören zu wollen, muss man ja nicht auf ein Konzert gehen. Da kann man ja genauso gut daheim bleiben.

Nun, nach über zwei Stunden, zwei Zugaben (unter anderem "P.Y.T." von Michael Jackson's Thriller als Hommage an den King of Pop) war dann doch leider Schluss. Von mir aus hätte er noch ewig weiterspielen können.

2 Kommentare:

Michael Nock hat gesagt…

Ich erinnere mich gut an Marcus Miller im Bahnhof Fischbach. Live ist es wirklich eine Klasse fuer sich.

Stefan hat gesagt…

So ein Mist! Jetzt wollte ich dich neidisch machen, und du hast ihn sogar schon vor mir life gesehen. Aber du hast Recht, life ist Marcus Miller aller erste Klasse.